
Seit vielen Jahren ist die sozialdiakonische Arbeit hier im Libanon ein
Schwerpunkt unserer Gemeindearbeit. Wir stehen an der Seite der Menschen
- immer, nicht erst, wenn es Krisen gibt.
Viele der Familien, Alleinerziehenden und älteren Menschen, die wir
jetzt unterstützen, kennen wir lange. Sie hatten schon vor den Kriegen
mit Existenzsorgen zu kämpfen. Jetzt sind sie erneut zur Flucht
gezwungen.
Unsere Hilfe basiert auf Vertrauen. Wir arbeiten mit lokalen
Organisationen und Einzelpersonen zusammen, die wir seit Jahren kennen -
und die genau wissen, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird.
In unseren Spendenberichten dokumentieren wir, was mit Ihrer Unterstützung während des Krieges bewirkt werden konnte.
· 9 Familien erhielten von uns Essenspakete
· 7 Familien erhielten von uns Bargeld zur Deckung laufender Kosten
· 5 Familien erhielten von uns Bargeld zur Deckung der Mietkosten
Eine Geschichte hinter den Zahlen
Familie J.:
Familie J. besteht aus einer alleinerziehenden Mutter und ihren drei Söhnen. Die Mutter ist die alleinige Ernährerin der Familie – eine Rolle, die sie bereits vor der Flucht unter schwierigsten Bedingungen ausfüllte. Nach der Scheidung aus einer gewaltsamen Ehe trägt sie die gesamte Verantwortung für ihre Kinder allein.
Zu Beginn des Krieges musste sie mit ihren Söhnen in die Berge fliehen. Dort ist sie auf sich allein gestellt: Sie muss Miete zahlen, doch ihre Arbeitsstelle befindet sich in Beirut, sodass sie ihrer Arbeit nicht nachgehen kann. Gleichzeitig kämpft sie täglich um die Finanzierung von Schulgebühren und Lebensmitteln.
Besonders belastend ist die psychische Verfassung ihres jüngsten Sohnes, der durch den Krieg schwer traumatisiert wurde. Die Mutter hat keine einzige Minute für sich selbst – sie ist rund um die Uhr im Einsatz, um ihre Kinder physisch und emotional zusammenzuhalten. Ihre Spende hilft Familie J. dabei, an einem sicheren Ort zu überleben – und gibt dieser starken Frau die dringend benötigte finanzielle Stabilität, um ihren Söhnen wenigstens ein Minimum an Normalität zu bieten.
3 Familien erhielten Bargeld zur Deckung von Medikamenten und
Krankenhausaufenthalten
7 Familien erhielten Bargeld für die Miete
10 Familien erhielten Bargeld zur Deckung laufender Kosten und
Lebensmittel
1 Familie erhielt ein Essenspaket
1 Familie erhielt einen Kinderwagen, Lebensmittel und Windeln
1 Familie erhielt ein Tablet zur Fortführung des Onlineunterrichts
Die Familie L. ist sudanesischer Herkunft. Die Eltern flohen bereits vor
Jahren vor den ständigen Kriegen und dem Genozid in ihrer Heimat in den
Libanon. Sie haben sieben Kinder. Der Vater ist ausgebildeter Anwalt,
wird aber im Libanon aufgrund von Rassismus und seinem nicht anerkannten
Flüchtlingsstatus nicht eingestellt - also putzt er. Die Familie
kämpft schon lange finanziell und ist daher seit einiger Zeit auf
unsere Hilfe angewiesen, sei es für die Schulgebühren der Kinder oder
um die jedes Jahr steigende Miete für eine viel zu kleine Wohnung zu
bezahlen. Seit dem Krieg 2026 ist der Vater arbeitslos, so wie viele
andere - und das ist auch heute noch so. Wir unterstützen die Familie
seit dem Krieg 2026 mit Essenspaketen, Tablets für die Schule der
Kinder und finanziellen Mitteln, um weiterhin die Miete zahlen zu
können. Auch wenn die Eskalation in Beirut abgenommen hat, dauert es
lange, bis Menschen wieder Arbeit finden - vor allem, wenn sie keine
Libanesen sind. Daher hoffen wir weiterhin auf Ihre Spenden, um Familie
L. zu unterstützen.
Herr C. ist 70 Jahre alt, alleinstehend und hat keine lebenden
Familienmitglieder mehr. Jahrelang hat er auf der Straße geschlafen.
Dabei war das nicht immer so: Vor der Hafenexplosion 2020 in Beirut war
er Künstler, malte Porträts und hatte ein gutes Leben. Die Explosion
zerstörte sein Haus und seine Sehkraft - seine gesamte Lebensgrundlage
war mit einem Schlag weg. Die Finanzkrise 2019 nahm ihm dann auch das
letzte Geld.
Als er zu uns kam, ging es ihm sehr schlecht. Wir konnten ihm eine
Wohnung organisieren und ihn mit Medikamenten unterstützen. Doch zu
Beginn des Krieges im März wurde er aus seiner Wohnung geworfen, weil
geflüchteten Familien dem Vermieter mehr Geld bieten konnten. Seitdem
kommt er bei Bekannten unter.
Nun kommt seine angeschlagene Gesundheit dazu: Die Jahre auf der Straße
und die Kälte zeigen Wirkung. Er kann kaum atmen und sich kaum bewegen,
braucht Medikamente und weitere Untersuchungen, um herauszufinden was
los ist. Dabei war er vor dem Krieg an einem Punkt, an dem er unsere
Hilfe fast nicht mehr gebraucht hätte. Jetzt gibt es keine Arbeit für
ihn und er kann auch nicht arbeiten. Wir übernehmen seine Miete,
Medikamente und Essen - aber wir brauchen weiterhin Ihre Unterstützung,
um diese schwere Zeit für ihn zu überbrücken.
Der Fall von Frau B. wurde Ende April an uns herangetragen. Frau B. ist
eine junge syrische Frau, die selbst in einem Camp lebt - einem Camp,
das ursprünglich für palästinensische Geflüchtete nach der
Vertreibung von 1948 errichtet wurde. Wie viele Syrer lebt sie dort,
weil die Mieten im Gegensatz zu den explodierenden Mieten im Rest von
Beirut noch bezahlbar sind.
Während des Krieges lieferte Frau B. auf ihrem Moped Hilfsgüter für
geflüchtete Familien aus: Essen, Windeln, Kleidung - alles, was unsere
Menschen in dieser Zeit brauchten. Sie fuhr ihre Lieferungen an
verschiedene Orte, während ihre eigene Nachbarschaft unter ständiger
Gefahr stand, von der israelischen Armee bombardiert zu werden - was
auch geschah.
Während einer ihrer Lieferungen fuhr ein Auto in Frau B. hinein. Der
Fahrer beging Fahrerflucht. Sie hat es schwer erwischt: Im Krankenhaus
stellte sich heraus, dass ihre Hüfte ersetzt werden muss. Diese
Operation kostete 3.300 Dollar. Weil Frau B. Syrerin ist, bekommt sie
vom Staat keinerlei Unterstützung für die Operation. Wir konnten
gemeinsam mit anderen Organisationen und Einzelpersonen den Betrag
dennoch aufbringen. Nun ist sie auf dem Weg der Besserung und hat
bereits mit der Physiotherapie begonnen.
Leider ist sie kein Einzelfall. Vor allem Anfragen zur Hilfe bei der
Deckung von Operationskosten oder Medikamenten erreichen uns häufig. Um
Menschen wie Frau B. weiterhelfen zu können - damit sie anderen helfen
können - zählen wir auf Ihre Unterstützung.
· 9 Familien erhielten von uns Bargeldunterstützung für die Miete
· 6 Familien erhielten von uns Bargeldunterstützung zur Deckung
laufender Kosten und Lebensmittel
· 6 Familien erhielten von uns Essenspakete
· 4 Familien erhielten von uns Putz- und Hygienepakete
· 3 Familien erhielten von uns Bargeldunterstützung zur Deckung von
Medikamenten und Krankenhausaufenthalten
· 6 Familien erhielten von uns Tablets zur Unterstützung des
Online-Schulunterrichts der Kinder
· 3 Familien erhielten folgende Materialspenden: Windeln, Babymilch,
Schnuller, Buggys, Medikamente, Kleidung, Spielzeuge, Bücher, Matratzen,
Kissen und Decken.
· 1 Zentrum für primäre Gesundheitsversorgung Green Lebanon, das dafür
sorgt, dass Gesundheitsversorgung für alle zugänglich ist, wurde von uns
mit einer Geldspende
unterstützt.
· „Gerade ist die MK gekommen. Hörst du sie? – Ich fange an zu zittern,
wenn ich sie höre. Ich mag sie nicht.“
· „Danke, dass du nach mir fragst. Du bist die Einzige, die sich nach mir
erkundigt hat.“
· „Ich wünsche mir wie jede Mutter, dass meine Kinder lernen. Ich
arbeite, bis ich umfalle, nur damit sie eine gute Bildung bekommen
können. Aber es liegt nicht mehr in
meinen Händen. Ich kann nichts mehr tun – meine Schulden sind so hoch
…“
· „Gestern bin ich tausendmal gestorben und wiederauferstanden.“
· „Mein Gott, was mit meinem Sohn passiert ist, als die Flugzeuge die
Schallmauer durchbrochen haben! Irgendwann ist er eingeschlafen und dann
bei jedem kleinen Geräusch
aufgewacht und hat ‚Mama‘ geschrien, obwohl ich direkt neben ihm war.
Wir haben bis 4 Uhr morgens nicht geschlafen.“
· „Ihr seid ein Teil von uns. Gott bezeugt, wie wertvoll ihr für uns
seid.“
· „Schau, so sehr wie mein Sohn gestern Angst hatte – er hat den Koran in
die Hand genommen und ist damit eingeschlafen.“
· „Ohne euch wären meine Kinder schon längst verhungert.“
Seit dem 2. März 2026 bombardiert die israelische Armee wieder
verstärkt den Libanon. Insbesondere der Süden und die südlichen
Vororte Beiruts (Dahiyeh) sind von massiven Bombardierungen betroffen.
Die Zivilbevölkerung ist gezwungen, innerhalb weniger Minuten zu
fliehen. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass sich die humanitäre Lage
im Vergleich zu jener des Krieges von 2024 deutlich verschlechtern wird
und der Krieg länger anhalten wird.
Dank Ihrer enormen Spendenbereitschaft konnten wir in den ersten zwei
Wochen dieser Krise schnell und flexibel helfen. Wir sind weiterhin auf
Spenden angewiesen und dankbar für jeden Betrag!
F. - alleinerziehende Mutter, drei Kindern, geflohen aus Dahiyeh:
Notfallhilfe zur Zahlung der Miete und Lebensmittel an einem sicheren
Ort
P. - alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern: Notfallhilfe für
Lebensmittel und Medikamente sowie Spende eines Tablets für den
Online-Schulunterricht
M. - im neunten Monat schwangere Frau, geflohen aus Dahiyeh:
Notfallhilfe für medizinische Untersuchungen sowie Kleiderspende
P. - Vater von sechs Kindern, durch den Krieg arbeitslos: Notfallhilfe
zur Deckung der Mietkosten sowie ein Essenspaket zum Selbstkochen
A. - Vater mit einem Kind, kürzlich operiert, geflohen aus Dahiyeh:
Notfallhilfe für Medikamente und laufende Kosten (untergebracht bei
Bekannten)
A. - Mutter, zwei Kinder, geflohen aus Dahiyeh:
Notfallhilfe für Miete und Lebensmittel an einem sicheren Ort
A. - Vater von drei Kindern, im Rollstuhl, aus dem Süden geflohen:
Versorgung mit einem elektrischen Rollstuhl, Kleider- und
Spielzeugspenden sowie Medikamente
W. - siebzigjähriger Mann, im Krieg obdachlos geworden: Notfallhilfe
für Lebensmittel und Medikamente
STIMMEN UNSERER KLIENT:INNEN
_„Mein jüngster Sohn ist sehr ängstlich. Wenn ich auf die Toilette
muss, will er mitkommen. Sobald er einen starken Windzug hört, fängt
er an zu weinen und sagt, Israel sei gekommen."_
-- Mutter aus Dahiyeh, geflohen mit zwei Kindern
LCD - Learning Center for the Deaf
Ausstattung der Unterkunft für Geflüchtete in der Schule mit
Matratzen, Kissen, Decken sowie Materialspenden für Kinder (Windeln,
Babymilch, Wundcreme u. a.)
Ahla Fawda & Root & Rise
Kleiderspende von jeweils 100 kg an beide Organisationen
Nation Station
Koordination von Essenspaketen und Mahlzeiten für Bedürftige
Whish Transfer: (+961) 79 065 267
Über das Pfarrbüro: (vorab anrufen)
Banküberweisung:
Evangelische Gemeinde zu Beirut
IBAN: DE92 5206 0410 0006 4286 73
BIC: GENODEF1EK1
Verwendungszweck: Kriegshilfe
.
Pierre Aboukhater Bldg. Rue Mansour Jurdak 429 Manara Beirut, 2036-8041 Lebanon
(+961) 1 - 740 318